Interview mit Kerstin Reimann, Ärztin im Praktikum
Hallo Kerstin, dürfen wir dich etwas fragen? Wir möchten mit dir gern ein Interview zum Thema Kino machen.
Kerstin: Kino? Gutes Thema.
Was fällt dir dazu ein?
Kerstin: Dass ich zu wenig Zeit dafür habe! Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt einen Film gesehen habe. Zu Weihnachten, glaube ich, aber das war eine DVD.
Und welcher Film war das?
Kerstin: "Los lunes al sol", ein spanischer Film. Da geht es um ein paar Leute, die ihren Job verloren haben, weil ihre Firma pleite gegangen ist. Und nun tun sie den ganzen Tag nicht viel anderes als in der Kneipe zu sitzen, mit deren Wirt sie auch befreundet sind, und, naja, die Zeit rumzubringen.
Ein trauriger Film?
Kerstin: Ja, schon. Natürlich. Die Ehe des einen scheitert beinahe, weil seine Frau in der Fischfabrik arbeiten muss, was sie ganz furchtbar hasst, besonders den Geruch; ein anderer ist schon lange vereinsamt und versucht einen Selbstmord. Eine Szene ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Sie klettern alle zusammen auf ein Dach in der Nähe des Fußballstadions, um ein Spiel zu sehen, und die Stimmung ist eigentlich genauso, als säßen sie mit im Stadion - bis der Ball vor dem Tor aus ihrem Blickfeld verschwindet, und sie nur aus der Reaktion des Stadionpublikums erschließen können, ob das Tor gefallen ist oder nicht.
Siehst du dir auch deutsche Filme an?
Kerstin: Ja, schon, das heißt wenn ich Zeit habe, überhaupt was zu sehen, wie gesagt. Nach den vielen Wochenend- und Nachtdiensten falle ich nur noch ins Bett, dabei ist die normale Arbeit schon anstrengend genug. Aber bald ist die Probezeit rum, dann wirds hoffentlich besser.
Danke für das Interview.
Kerstin: Danke euch, das hat Spaß gemacht!
© Nadja Nitsche