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Interview mit Tonja, Haushälterin

Hallo Tonja, wir würden uns gerne mit dir über Haareschneiden unterhalten.

Tonja: Oje, ich hasse Haareschneiden! Pferdeschwanz und fertig. Und wenn sie zu lang werden, greife ich zur Papierschere. Bloß keine Umstände!

War das immer so?

Tonja: Als junges Mädchen bin ich schon auch zum Friseur gegangen oder habe mir die Haare gefärbt, mit einer Freundin zusammen über der Badewanne. (lacht) Das Badezimmer sah vielleicht aus hinterher! Meine Mutter hat das zum Glück mit Humor genommen. Da war ich fünfzehn oder sechzehn. Lange her. Heute interessieren mich meine Haare nicht mehr so sehr.

Heute hast du selbst einen vierzehnjährigen Sohn. Geht der gern zum Friseur?

Tonja: Naja, wie gesagt, in dem Alter ... Und in der Schule, also unter den Schülern ist es schon wichtig, was man anhat und welche Schuhe man trägt und ob die Frisur cool ist. Früher waren es die Lehrer oder die Eltern oder der Chef, die Wert aufs Äußere gelegt haben, heute sind es die Klassenkameraden. Schon komisch, oder?

Findest du, dass junge Leute heute zuviel Geld für Kleidung und solche Sachen ausgeben?

Tonja: Wofür man sein Geld ausgibt, das soll doch jeder selbst entscheiden. Ich verdiene ja nicht viel, aber das geht ja vielen Leuten so, die auch Kinder haben, und ich versuche schon, Moritz gegenüber fair zu sein. Ihm zu Weihnachten auch noch was anderes zu schenken als die Socken, die er sowieso braucht. Im Moment geht das ja auch ganz gut, es war schon schlimmer.

Könntest du dir vorstellen, als Friseurin zu arbeiten?

Tonja: (lacht) Wie kommt ihr denn darauf? Das habe ich ja gar nicht gelernt. Ein Job ist natürlich bloß ein Job, und wenn ich keine Wahl hätte... Aber Friseurin stelle ich mir nicht wirklich interessant vor, da macht mir meine momentane Arbeit schon mehr Spaß. Ich mache den Haushalt auf einem Gestüt, das ist abwechslungsreicher als es klingt. Ganz verschiedene Aufgaben, und die Pferde mag ich auch. Obwohl ich mit denen ja nicht viel zu tun habe.

Dann wünschen wir dir noch viel Spaß dabei. Danke für das Interview.

Tonja: Nichts zu danken. Tschüs!



© Nadja Nitsche


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26. November 2007

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